Gewässerentwicklung

 

Gewässerentwicklung

Defizitanalysen

Was funktioniert nicht mit unseren Gewässern?

 

Defizitanalysen sind die Voraussetzung für die Planung von Revitalisierungen an Gewässern. Manche - vor allem strukturelle - Defizite sind nicht zu übersehen. Sie sind die Folge von Gewässerverschmutzung, vom konventionellen Wasserbau der vergangenen 200 Jahre und/oder der Veränderung von Grundwasserverhältnissen. Andere - funktionelle Defizite - müssen untersucht werden.

Defizite können auch als Abstand zwischen Ist-Zustand und ursprünglichem Zustand bezeichnet werden. In der Defizitanalyse wird ein quantitatives und qualitatives Maß ermittelt, in dem sich der aktuelle Gewässerzustand vom Leitbild oder vom potenziell natürlichen Zustand unterscheidet. 

Defizitanalysen setzen die Kenntnis über den naturräumlichen Zustand des Systems voraus. Dieser wird im Rahmen so genannter Ist-Zustands-Erhebungen (Inventarisierungen) an ausgewählten Ökosystem-Bausteinen erhoben.

Grafik: © Rey, HYDRA

 

 Ökologische Funktionsfähigkeit

Jedes naturräumliche System besitzt eine ihm eigene optimale Funktionsfähigkeit. So funktioniert z.B. ein Fließgewässersystem in seinem Naturzustand immer im Zusammenspiel zwischen einem spezifischen Spektrum an landschaftlichen Komponenten (Gerinne, Auen, Begleitgewässer, unterschiedliche Gefälle und Abflüsse etc.) mit seinen jeweiligen Lebensgemeinschaften. Im nicht vom Menschen beeinflussten Urzustand zeigt es bezüglich seiner abiotischen und biotischen Komponenten eine optimale ökologische Funktionsfähigkeit. Von ökologischer Funktionsfähigkeit spricht man also immer dann, wenn ein System einer für seine topographische und klimatische Lage charakteristischen Dynamik unterworfen ist und die dort typischen Lebensgemeinschaften mit sich selbst erhaltenden Populationen beherbergt.

Ökologisch funktionsfähige Fließgewässersysteme sind geprägt durch die naturräumlichen Eigenarten ihrer Einzugsgebiete, der Geologie, der Gefälle (Reliefs) und der klimatischen Gegebenheiten, einschließlich der Vegetation. Ökologisch funktionsfähige Gewässer wirken sich nicht nur positiv auf ihre Lebensgemeinschaften aus, sondern auch auf die Ästhetik des Landschaftsbilds und besitzen daher hohen Erlebnis- und Erholungswert für die Bevölkerung.

 

Die Ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers setzt sich aus verschiedenen biotischen und abiotischen Aspekten zusammen, die im Rahmen von Ist-Zustands-Erhebungen von uns untersucht und in Defizitanalysen beurteilt werden.

 

 Grafik: © Rey, HYDRA