Gewässerentwicklung

 

Gewässerentwicklung

Ist-Zustand und Erfolgskontrollen

Auf Grund des in den Rechtsgrundlagen und Richtlinien verankerten „ökologischen Verschlechterungsverbots“ (Vorgabe der EU-Wasserrahmenrichtlinie) sowie der "Ökologischen Ziele für die Gewässer" (GSchV der Schweiz, Anhang 1) durch Maßnahmen an und im Bereich von Gewässern muß vor einer Maßnahmen der Zustand des naturräumlichen Systems im Rahmen einer Ist-Zustands-Analyse erfasst werden. Nach einer Maßnahme muss deren Qualität und Nachhaltigkeit im Rahmen einer ökologischen Erfolgskontrolle erfasst und dokumentiert werden.

HYDRA-Methoden

Die zu untersuchenden Bausteine des Systems

Bei der Erfolgskontrolle orientiert man sich an dem vor der Maßnahme festgestellten Ist-Zustand der Ökosystembausteine. Wie bei der Ist-Zustands-Erhebung sollte sich der Umfang der Abklärungen an der Zielsetzung der Maßnahme orientieren und braucht nicht darüber hinaus zu gehen. Soll lediglich der ökologische Vorzustand trotz Maßnahme erhalten bleiben, liegt der Fokus einer Erfolgskontrolle auf möglicherweise neu entstandenen funktionellen Defiziten.

In der Regel, wenn die Genehmigung einer Maßnahme mit der Auflage ökologischer Verbesserungen einher geht, ist die Erfolgskontrolle jedoch an den angestrebten Entwicklungszielen auszurichten. Wurden diese nach Beurteilung der zuständigen Amtsstellen oder unabhängiger Gutachter erreicht, ist die Maßnahmenumsetzung als abgeschlossen zu betrachten. Weitere Maßnahmen (Pflege- Instandhaltungs- und Unterhaltsmaßnahmen) werden von den jeweils zuständigen Kantonal-/Landes- und Gemeindestellen durchgeführt, sollten aber unter Beobachtung bleiben, um  Erfahrungen für zukünftige Gewässerentwicklungsprojekte sammeln zu können.

Wenn durch die Erfolgskontrolle belegt werden kann, dass entscheidende Entwicklungsziele nicht erreicht wurden, hat die Planungsgruppe über allfällige Maßnahmenkorrekturen zu entscheiden. In gravierenden Fällen kann es nötig sein, für einzelne Objekte oder Gewässerfunktionen (z.B. Durchgängigkeit, Landschaftsbild) bis in die Ebene der Maßnahmenplanung zurückzukehren.                                            

Grafik: © Rey, HYDRA

Monitoring der ökologischen Gewässerentwicklung

Versteht man Gewässerentwicklung als einen systembezogenen, durch den Menschen eingeleiteten Verbesserungsprozess so folgen diesem unterschiedliche lange Phasen der Eigenentwicklung, Reifung und Alterung des Systems. 

Langzeit-Monitoringprogramme bieten die Möglichkeit, über diese Prozesse im Einzelfall, aber auch generell mehr zu lernen. Um das ganze Spektrum der Veränderungen erfassen zu können, sollten zumindest großräumig konzipierte Gewässerentwicklungsprojekte durch ein interdisziplinäres Monitoringprogramm begleitet werden. Als objektbezogener Bestandteil lässt sich die vorgeschriebene Erfolgskontrolle darin integrieren und in der ersten Phase des Monitorings abschliessen.